Saisonauftakt 2015 in Denia (Spanien)

vom 11.04 -18.04. 2015 in Spanien (Denia / Marina Alta)


Auch in diesem Jahr hatte sich die Radsportabteilung zum traditionellen Saisonauftakt wieder für eine Woche im beschaulichen Sporthotel Los Caballos einquartiert.

Eine rekordverdächtige Teilnehmerzahl von 10 Personen - die alle im weiteren Berichtsverlauf noch erwähnt werden – hatte sich angemeldet. Die nötigen Reisevorbereitungen traf rechtzeitig und tatkräftig unser lieber Hans Gaier, unterstützt hat ihn dabei Thomas Becker (unser neugewählter Kassenwart).

Für eine bisher unübliche „Frauenquote“ sorgten Traudl Gaier und Jarka Wolski, die statt schweißtreibender Rennrad-Touren Erholung, Entspannung, Kultur und Kulinarik bevorzugten. Ob da noch Zeit bleibt den von vielen Kilo- und Höhenmetern gezeichneten Ehemann wieder aufzupäppeln?

Mit der üblichen Gepäcklimitierung von 15 kg bei Ryan Air kommen (fast) alle Teilnehmer klar, außer unser 2. Vorstand Thomas Fleischmann, der uns während des Eincheckens am Flughafen Nürnberg von einer größeren häuslichen Aus- und Umpackaktionen berichtet, um 50% Koffergewicht einzusparen.

Sicherheitscheck, Boarding und bald hebt unser vollbesetzter Jet fast pünktlich Richtung Alicante in den kühlem und bereits dunklen Abendhimmel ab. Das Drama der kürzlich abgestürzten German Wings-Maschine kommt manchen in den Sinn, führt allen vernünftigen Überlegungen zum Trotz zu einem etwas mulmigen Bauchgefühl.

Der Bustransfer vom Flughafen Alicante zum Hotel erfolgt ohne Hans Güthlein,
der sich einen Mietwagen reserviert hatte und direkt in sein Privatquartier zu „Werni“ nach Denia fährt. Für die 100 km brauchen wir deutlich länger als letztes Jahr mit
dem Taxi, auch wegen mangelnder Ortskenntnis unseres Fahrers am Zielort
Els Poblets. Es ist schon weit nach Mitternacht als im Hotel Los Caballos in drei Doppel- und einem Dreibettzimmern endlich Nachtruhe einkehrt. Zuvor erläuterte
uns Burkhard noch den geplanten Ablauf für unseren ersten Tourentag.

 

Was hat sich geändert gegenüber letztem Jahr?

Das Hotel bzw. Burkhard organisiert die Ausfahrten jetzt alleine, statt VW.Bus von KUNZ-Radreisen, begleitet uns der hauseigene Pickup

Neue Mieträder von Bergamont (ordentliche Ausstattung wie gewohnt)

Preis für Mittagsverpflegung ist jetzt inklusive.

Der „Hauspapagei“ ist gestorben, junger (Schoß)-Hund ersetzt einen der drei Haushunde und spielt gerne mit diversen Schnürsenkeln.

Das Wetter ist insgesamt beständiger und auch wärmer (wir sind 2 Wochen später dort als im Vorjahr), auch der Pool wird gelegentlich genutzt (nicht von den „Warmduschern“).


Tourenplan: Unsere Tour-Guides sind Burkhard und Samuel für das „Racing“-Team, „Werni“ führt die „Normalos“.

Montag: (ca. 120 km / ca. 1600 Hm)
Val de Gallinera aufwärts bis Beniares-Stausee, Mittagspause in Beniares, danach gut fahrbare Passhöhe (statt 18%-Rampe bei Lorcha) hinüber nach Castello de Rugat und talabwärts über Oliva zurück zum Hotel.

Dienstag:
Konditionsstarke Fahrer dürfen die „Marina Alta Prueba“-Rundfahrt mit 143 km und 1830 Hm erproben. Von uns Ammerndorfern traut sich das nur Dieter zu.
Besonderes Merkmal dieser Prüfung ist die Registrierung per SMS für jede einzelne Etappe und die Erfüllung des vorgegebenen Zeitlimits.
Für die „Normalos“ sind es 85 km und ca. 1100 Hm.
Über Gata de Gorgos, Lliber, Xalo, die schweißtreibende Passstraße hinauf nach Castell de Bernia, dort Mittagspause, danach steil abwärts bis Stenija, herrlicher Blick zur Küste und nachCalpe, übers „Zitronenpässle“ zurück zum Hotel.

Donnerstag:
„Küstentour“ mit einigen Schikanen (ca. 86 km, 1300 Hm, Rampen bis 22% (für‘s Bolzerteam). Über Benissa nach Moraira (Kaffee + Eisbecher mit Meerblick), dann steil hinauf zum Cumbre del Sol (Etappe der Vuelta), runter nach Xabia, wieder rauf zum Montgo-Sattel (kurzer Gewitterschauer) runter nach Denia und Els Poblets.

Freitag:
„Königsetappe“ (ca. 116 km, ca.1550 Hm) über Castell de Castells nach Gorga
(Mittagspause), Val de Gallinera 26 km abwärts (!), bis Pego im Sprint, zum Hotel

Samstag:
TSV-Ammerndorf mit „Not-Team“ (Dieter und Thomas Becker krank, Hans Gaier, Thomas Fleischmann und Markus Wahler schwächeln) zum Col de Rates (Berg-Zeitmessstrecke), Mittagspause bei Los Moros, zurück über Castell de Castells, Benigembla, Orba. Insgesamt sind es ca. 80 km und ca.1200 Hm.

Mittwoch ist Ruhetag:
Wir nutzen den freien Tag für einen Ausflug nach Valencia mit zwei Mietwagen. Sightseeing-Team 2 (Markus, Thomas F., Dieter und Günter) hat Verständigungs- Probleme im Mietwagenbüro und erst nach zeitraubenden Diskussionen ist eine Lösung möglich. Wir hatten schon am Vorabend im Onlineportal reserviert, dann wegen zu hoher Nebenkosten wieder storniert, das konnte oder wollte die Seniora am Schalter leider nicht nachvollziehen. Das Schlüsselwort wäre „Cancellation“ gewesen!
Wir verabreden uns mit Team 1 telefonisch für ein Treffen im Zentrum an der Plaza de la Reina. Mit dem offenen Doppeldecker-Bus lassen wir uns auf der roten Route „Monumental“ durch die Stadt schaukeln, Thomas („Fleischi“) erkundet zusätzlich die blaue Route (Maritima), alles leider bei trübem Himmel und gelegentlichem Regen. Für uns Fußvolk bleibt noch etwas Zeit, einige kulturelle und gastronomische Entdeckungen in der City zu machen, bevor wir am späten Nachmittag wieder die ca. 100 km zurück zum Hotel fahren (jetzt bei Sonnenschein).

Unser Wellness-Team (Traudl + Jarka):
Die beiden haben sich auch wohlgefühlt und einige Ausflüge nach Denia, zum Strand, in die nähere Umgebung und in eine Arztpraxis* unternommen.
*) Wegen Jarka, die Antibiotika schlucken musste, nachdem sie zuvor mit einer fiebrigen Erkältung bereits zwei Tage im Hotel bzw. im Bett verbringen musste.

Gästekontakte: (alles Radsportler, geschätzte 45 -55 Jahre alt)
- Marinka und Gert aus Holland (beide recht konditionsstark, er Triathlet);
- der bärenstarke Christian aus dem Allgäu, (ist auch die „Pruelba“ gefahren)
- der smarte Detlef aus der Nähe von Düsseldorf
erwiesen sich als angenehme und kontaktfreudige Zeitgenossen.
Nur der Mitte der Woche angereiste „Berliner“ mit eigenem „Protzrad“ fiel etwas aus dem Rahmen: Er beteiligte sich nicht an den gemeinsamen Ausfahrten.

Sonstige Vorkommnisse:

Unser Hans Gaier ist auf Wespenstiche allergisch, wird gleich am ersten Tourentag
von einer Biene (?!) an der Lippe gestochen und sorgt beim „Normalo-Radteam“ für einen aufregenden Nachmittag. Außer einer dicken Lippe sind laut Hans Atem-probleme zu befürchten, wenn kein passendes Medikament gespritzt wird. Oliva ist nicht mehr weit, aber an diesem Feiertag sind weder Apotheke noch ein Arzt in Bereitschaft und das „Centro de Sanitario“ erweist sich als bürokratisches Bollwerk, das ohne Versicherungskarte nichts für Hans tun will.
Kaltes Wasser ist Notbehelf, Werni ruft bei Burkhart an, der organisiert Pickup für Rücktransport zum Hotel. Am Abend ist die Schwellung kaum noch zu sehen.

Guide „Werni“ beendet schon am Freitag seinen 8-wöchigen Spanien-Aufenthalt und fährt am nächsten Tag per Bus in seine Schweizer Heimat. Wir danken mit kleiner Geldspende für beste Führungsqualitäten.

Thomas Fleischmann fällt bereits am ersten Tourentag wegen Unpünktlichkeit beim Start bei Burkhard in Ungnade, ist um Ausreden allerdings nicht verlegen…
Besserung wird angemahnt und ist an den Folgetagen zumindest tendenziell erkennbar.

Markus Wahler ist das einzige „Plattfuß“-Opfer in dieser Woche, spitzer Kommentar eines kundigen Mitfahrers: „Du bist einfach zu schwer für das Rad“.

Thomas Becker geht an zwei Abenden fremd, hat allerdings gute Gründe:
Bruder Heiko mit Frau Katja verweilen auf nahem Campingplatz und laden zum
Grillabend ein. Die beiden sympathischen Globetrotter besuchen uns auch anlässlich des famosen Los Caballos-Pizzaabends am Donnerstag.

Slawo, Günter und Detlef erhalten Urkunde für die erfolgreiche Absolvierung der „Stoppomat“-Messstrecke am Col de Rates.

Dank Burkhards Lenker-Kamera („Gobro“) kann man uns auf einigen Tour-Abschnitten auch auf YouTube bestaunen (Link über Hotel-Seite www.ferienoase.com)


Rückflugtag:
Nach dem Packen und anschließendem Relaxen am Pool bzw. Spaziergang nach Les Poblets oder zum Strand (jeder nach Lust und Laune) bringt uns der bestellte Bus zum Aeropuerto Alicante und zwei Stunden später starten wir in die Heimat.

Fazit:
Unser Radauftakt in Spanien war wieder eine überaus gelungene Veranstaltung, anstrengend und entspannend, lustig, intensiv, kommunikativ. Den Organisatoren und allen die sich eingebracht haben sei nochmals herzlichst gedankt!

Euer Radsportfreund
Günter Bachmann