Die Vorrunde 2015 aus Sicht der 2. Mannschaft

Trotz der Erschwernisse zum Saisonbeginn (Abschieben von Michi in die zweite Mannschaft) starteten wir gut gelaunt, zuversichtlich (nahezu euphorisch) in die Hinrunde der 3 Kreisliga. Bevor wir auf unsere Leistungen eingehen muss ich noch erwähnen, dass die 3. Kreisliga in Insiderkreisen aufgrund der außergewöhnlichen Stärke der darin spielenden Mannschaften und des technischen Niveaus, auch als "Todesliga" oder "Bundesliga in spe" gehandelt wird.

Im ersten Spiel standen wir gleich dem TSV Retzelfembach III gegenüber. JEDER der Ahnung vom Tischtennis hat weiß, dass diese Mannschaft aus Spielern der 1. und 2. Mannschaft besteht die zu gut sind um dort zu spielen, weil sie sonst ihre Teamkollegen demotivieren würden. Da Michael "die Bürde" Grimm noch nicht dabei war gingen wir trotz der Spielstärke des Gegners von einem ungefährdeten Sieg aus, scheiterten aber an dieser nahezu unmenschlichen Aufgabe sehr knapp mit  4:9. Lediglich das Doppel Kammerbauer/Weiß, und die Einzel Kiprijanovski, Weiß und Kammerbauer konnten Punkten. Trotzdem ein SEHR wichtiges Spiel, da an diesem Tag 2 unserer Spieler wichtige Entschlüsse getroffen haben. Bei Nico Angelinos scheinen die beiden Niederlagen an diesem Tag eine vorher noch nie dagewesene Trainingsbereitschaft in Gang gesetzt zu haben, die ihn in der hinter uns liegenden Vorrunde fast nur noch gewinnen ließ. Goran hingegen ist über seinen Sieg im dritten Satz so sehr erschrocken, dass er für sich den Entschluss fasste ab jetzt alles im 5. Satz zu verlieren (später dazu noch mehr).

 

Das zweite Spiel gegen Stein wird als schwärzestes Spiel der Vorrunde und aller Vorrunden vorher in die Geschichte eingehen. Der Zement, der die Mannschaft zusammenhält, das Bindeglied unseres Teams, der Stern zu dem der ganze Verein aufsieht (Ich) war aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei. So ist es unserem Team nicht zu verdenken, dass dieses Spiel 9:6 für Stein ausgegangen ist. Da alle mit ihren Gedanken nur bei mir waren und auf eine schnelle Genesung hofften, war aufgrund mangelnder Konzentration nichts zu holen.

Auch das dritte Spiel gegen Vach ging leider verloren. Am Ende stand es 9:5. Die ersten drei Spiele waren verloren. Der Wille zu siegen schien gebrochen und wir leckten unsere Wunden. Lediglich der Grimm war noch ein fester Garant für 2 Punkte. Er wollte irgendwie dazugehören, und spielte sich mit eisernem Willen und unermüdlichem Einsatz in unsere Herzen. Aus heutiger Sicht bin ich froh, dass die erste Mannschaft keine Verwendung für ihn hat. Bei uns wird er immer willkommen sein.

Das vierte Spiel gegen Obermichelbach in der Ammerndorf Arena sollte unsere vorerst letzte Niederlage werden. Relativ unspektakulär (mit Ausnahme von Flugeinlagen bestimmter Spieler unserer Mannschaft) verloren wir mit Grimm/Angelinos 4:9.

Dann die Wende! Das 5. Spiel stand an. Bereits Tage im Voraus machen wir uns über unsere gegründete Whatsapp Gruppe heiß auf diese Begegnung. Gegner war kein geringerer als der Teufel in Grün. Zuhause in Ammerndorf empfingen wir die Spielvereinigung aus Fürth. Die Straßen waren leergefegt. Totenstille in ganz Ammerndorf. Der Underdog zuhause gegen den unbezwingbar scheinenden Gegner aus der Stadt, die uns Ammerndorfer nur als kleinen Teil ihres Landkreises betrachtet. Große Namen wie Ludwig Erhard stammen von dort. Persönlichkeiten wie Max Grundig, Hans Böckler, Henry Kissinger und die Eheleute Schickedanz gaben sich dort bereits die Klinke in die Hand.

Das Spiel ging los und jeder von uns war bereit über sich selbst hinauszuwachsen. Das Spiel war spannend. 3 Spiele konnten erst im 5. Satz entschieden werden. Hannes spielte das Spiel seines Lebens, fest entschlossen im so wichtigen letzen Spiel (vor dem Doppel) die kleine Chance auf den Sieg aufrecht zu erhalten. Und es gelang ihm und tosender Jubel erfüllte die Arena. Und dann das Doppel. Ich und Michael gegen Doppel 1 der Fürther. Gespannte Stille. Lediglich Goran surfte im Internet und sah sich YouTube Videos an. Jeder Punkt, egal welcher Mannschaft, wurde bejubelt. Und nach 4 spannenden Sätzen dann endlich die Erlösung. Wir jubelten, schrien und fielen uns in die Arme. Wir umarmten uns. Tanja umarmten wir sogar mehrmals. Es war geschafft. Der erste Sieg war in trockenen Tüchern. So konnte es weitergehen.

Und es ging so weiter.  Die Begegnung gegen Großhabersdorf stand auf dem Plan. Das Team von Chefcoach Gerald war bis zu diesem Tag noch unbezwungen. Noch niemand hatte es geschafft diese Truppe zu bezwingen. Aber dann kamen wir. Mit 4:9 spielten wir Großhabersdorf in ihrer eigenen Halle an die Wand. Wir punkteten in jedem Paarkreuz. Tanja war gar nicht zu stoppen. Aber das denkwürdigste Spiel hatte Michi. Er bezwang den Zeiher. Dieser hatte in der ganzen Saison weder in der 3. noch in der 1. Kreisliga verloren. Bis Michi kam. Wir hatten unseren TT König.

Und es ging so weiter... DJK war im vorletzen Spiel nur noch eine Pflichtaufgabe. Wir punkteten und punkteten. Tanja spielte sich in einen Rausch und gewann. Nico und Michi hatten das Verlieren schon lange verlernt. Goran spielte wie so oft grandiose 5 Sätze, um dann beim Stand von 13:12 für den Gegner das Spiel mit einer eigenen Fehlangabe zu beenden. Aber im Großen und Ganzen lief es. Mit 3:9 schlugen wir die Hausherren in Rekordzeit. Selbst die Duschen (jeder kennt die Duschen bei DJK Fürth) konnten uns die Laune nicht verderben. Das Schlimmste an unserer Situation war, dass der Pächter bei DJK gewechselt hat und es diese RIESENGROßEN Currywürste nicht mehr gab. Was für ein Verlust. Ich aß Schnitzel.

Auf das letzte Spiel möchte ich nicht groß eingehen. Nur ein Ausrutscher. Zuhause haben wir 4:9 gegen Wachendorf verloren. Michi hat leider gefehlt. Lediglich eine Sache sei erwähnt. Den Titel den sich Michi im Spiel gegen den Zeiher erworben hatte, sollte er an diesem Tag wieder verlieren. In der Liga war ein Spieler ohne Niederlage übrig. Er nannte sich selbst Treutlein. Doch er wurde entzaubert. Nico machte kurzen Prozess. Das legendäre Training aus der Vorwoche machte sich bezahlt. Der König ist tot, es lebe der König.

So ging unsere Vorrunde zu Ende. Es gab Höhen und Tiefen aber im Großen und Ganzen bin ich stolz auf uns alle und darf sagen, dass ich gerne mit euch zusammenspiele. Müsste ich die Hinrunde und unsere Leistung in kurzen Worten zusammenfassen wäre das folgender Satz:

TISCHTENNIS MACHT SPAß!

Rekorde:

1) Nico: Die meisten Spiele. Er hatte 16 Begegnungen.

2) Goran: Kein anderer Spieler beendet so viele Spiele im 5. Satz. 7 Spiele. Das ist mehr als 50%.

3) Michi: Mehr Flugmeilen als jeder andere Ammerndorfer während einer Vorrunde.

4) Markus: Längste Zeit zwischen einem Spiel und der Eingabe im Internet.